Freitag, 6. Juli 2012

1.7.-4.7. Roadtrip durchs Outback (Cairns-Darwin)


1.7-4.7. Roadtrip von Cairns nach Darwin



3.7. 21.34 Uhr Irgendwo im Nirgendwo (hinter Renners Springs)



Ok Leutz, heute melde ich mich mal aus dem Nirgendwo. Und wenn ich nirgendwo sage meine ich das auch. Wir stehen grad auf dem Stuart Highway ca 830km vor Darwin in einer Haltebucht zum Übernachten. Nachts ist es nicht wirklich so ratsam zu fahren und bei der eintönigen Strecke wird man auch sehr schnell müde... Aber wir sind seit Sonntag immerhin schon ca. 2000km gefahren.
Aber im voraus will ich schon mal anbringen, dass ich mir in Darwin definitiv nen neuen Travel Buddy suche. Und definitiv nen englisch sprachigen. Hannah und passen echt nicht zusammen. Das hab ich schon nach einer Woche zusammen leben im Van gemerkt und merke es jetzt noch mehr. Sie ist zwar ein echt nettes und intelligentes Mädel. Aber Phobien und Macken ohne Ende die mit meinen absoöut nicht zusammen passen. Und ich brauche auch jemanden, der physisch mit mir mithalten kann. Sprich viel laufen und sich alles anschauen ohne ständig mit dem Auto mal nen Kilometer in die Stadt zu fahren. Oder einfach mal durch die Natur wandern ohne das mir jemand ständig vor Angst am Rockzipfel hängt, nur weil da mal ne Spinne oder so langkriechen könnte. Auch die Ordnung und Organisation im Auto klappt irgendwie nicht so, wie ich es mir vorstelle. Ich bin ja nun kein Ordnungmensch. Aber wenn man zu zweit auf einem begrenzten Raum lebt, muss man einfach ein bischen Ordnung halten und kann nicht ständig sein kompletten Sachen im Auto verteilen. Und deshalb und wegen ein paar anderen Dingen hat es schon vor der Abfahrt zwischen und geknallt. Wenn Hannah nen Job in Darwin oder so bekommt, will ich erstmal definitv wieder alleine im Campervan wohnen. Sie beteiligt sich ja auch nur am Benzin und die Instandghaltungskosten etc. will sie ja nicht mittragen. Da sie das net will kann ich meinen Van ja auch alleine nutzen. Und was mich richtig ankotzt ist, dass sie dem Van einfach einen anderen und dazu auch noch dämlichen Namen gegeben hat (Johnny). Ich hab sie zwar schon mehrmals drauf hingewiesen, dass er, in dem Falle sie, anders heißt. Mein Van mein Name und nicht anders!!! Und sie schnarcht und spricht im Schlaf. (Was sie ja angeblich net tut...)
Ok schluss mit dem gemecker. Jetzt erzähle ich erstmal, was so alles passiert ist... Unsere erste Station war Townsville. Ein Umweg den ich aber aus einen einfachen Grund gewählt habe. Und zwar kann ich die Versicherung und den Road Assistant (australischer ADAC) von meinen Vorgängern nicht übernehmen. Obwohl alles schon bezahlt ist etc. Keine Ahnung warum. Man kanns irgendwie nicht umschreiben. Da es Sonntag war und somit das Büro in Cairns geschlossen war und es telefonisch waaaahnsinnig schwierig war/ist, haben wir beschlossen nach Townsville zu fahren, dort zu übernachten und am nächten morgen das zu erledigen. Natürlich hat uns wieder keiner gesagt, dass am Montag Public Holiday war (Feiertag) Und so ging es dann auch wieder nicht. Mal wieder genervt von der teilweise umständlichen bürokratischen australischen Art sind wir dann einfach so Richtung Mt. Isa aufgebrochen (900 km). Die Fahrt an sich war jetzt nicht wirklich sooo spannend. Aber teilweise doch relativ lustig :) Man ist durch einige verschlafene Nester gefahren, hat ein Haufen toter Tieren, meist Kängurus, am Straßenrand oder auf der Straße gesehen und ist mit max. 110 km/h so vor sich hingedümpelt. In Queensland ist da nämlich die Höchstgeschwindigkeit, während im Northern Territory, wo wir jetzt sind, 130 km/h erlaubt sind. Warum? Keine Ahnung. Jeder Bundesstaat hat seine eigenen Regeln. Man hätte aber auch locker durchgehend 140 oder mehr fahren können. Polizei hab ich hier nämlich keine gesehen und die Stafen für zu schnell fahren sind enorm. Und man hat einen kürzeren Bremsweg bzw. eine bessere Reaktionszeit, wenn irgendwas auf der Straße liegt oder steht. Das Outback ist an und für sich sehr schön. Aber komischer Weise sehr grün für die Jahreszeit. Was aber auch sehr und abwechslungsreich ist. Aber ansonsten ist das Outback so, wie man es sich vorstellt: leer, alles paar hundert Kilometer mal ein Roadhouse bzw. eine Tankstelle, die rote Erde und Sonnenuntergänge wie man sie glaube ich nirgendwo anders sieht. Leider haben wir Vollmond und somit kaum einen Sternenhimmel. Vorteil davon ist, dass man wenig Licht braucht und auch so nachts beim fahren wesentlich mehr sieht. Was einem manchmal aber auch nicht viel nützt. Wie ich dummerwesie 2 km vor Mt. Isa feststellen musst. Da viel Roadkill (tote Tiere) auf der Straße lagen und man immer wieder Kängurus und Kühe etc. am Straßenrand gesehen hat, habe ich mich bereits während der Dämmerung mental auf etwaige Kollsionen vorbereitet und wir haben immer die Augen offen ghalten. Wir hatten auch fast ein paar Zusammenstößen, unter anderem mit einer schwarzen Kuh auf der linken Fahrbahn. Gott sein Dank war dort grade ein Überholspur eingerichtet, die ich benutzt habe, da ich bei Dunkelheit immer in der Mitte der Straße fahre. Da aber ein Auto mir grad entgegen kam, hatte ich vorher abgeblendet und bevor ich wieder das Fernlicht eingeschaltet habe, bin ich auch schon 2 Meter neben der Kuh vorbeigerauscht gewesen. So ne scheiß schwarze Kuh sieht man wirklich kaum bei Dunkelheit und wenn, dann ist es eigentlich zu spät. Das gute ist, dass sie sich nicht bewegt hat und man immer ein bischen ausweichen kann, da die Straßen wenig befahren sind. Hät ich die erwischt, wär das Auto Schrott gewesen... Danach hab ich mir nur gedacht: Ein Känguru erwischst du heute bestimmt noch. Tja so wars dann auch. Ungelogen standen mind. 5 Kängurus auf bzw. an der Straße. 2 auf der linken Fahrspur und ca. 2-3 am rechten Rand. Ich bin also in die Eisen gestiegen und auf die rechte Fahrspur ausgewichen. Und was macht da bläde Känguru?!?!? Anstatt dahin zu springen wo nix ist, springt es mir direkt vor's Auto und ich hab es volle Kanne erwischt. So hab ich es noch nie scheppern hören!!! Das Vieh ist dann erstmal voll teatralisch von meinem Van aabgeprallt und wahrscheinlich tot auf der Straße liegen geblieben. Hannah, die geschlafen hat, ist erstmal vor Schreck aufgewacht. Und ich bin einfach nur langsam weitergefahren. Da war ja auch nix wo ich mal kutz ranfahren konnte. Aber ich konnte auch nix anderes machen. Die Viecher sieht man im dunkeln erst ganz spät und wäre ich nicht ausgewichen, hätte ich 2 Kängurus umgenietet und das wäre dann echt nicht schön geworden. Es ist eben wie bei uns in Deutschland: Vollbremsung und wenn man nicht ausweichen kann einfach draufhalten. Bei Kühen ist das eher von Nachteil, bei Kängurus kommts auf die Geschwindigkeit an... Nur gut, dass ich vorne noch einen extra großen Bumper (eine 2te Stoßstange gegen Wild) habe. Sonst wäre der Van wahrscheinlich schwerer beschädigt worden. Dsas vie war mind. 1.50m groß und hat locker 50-60 Kilo gewogen, In Mt Isa angekommen, mussten wir eh an eine Tankstelle, da ich schon auf Reserve gefahren bin. Hatte aber irgendwie keine offen (11 Uhr abends in einer Industriestadt!!) Ich hab erstmal das Auto inspiziert und musste feststellen, dass der große Bumper verzogen ist und etwas in die normale Stoßstange gedrückt wurde, es dsas linke Außenlicht entschärft hat und der Lack beschädigt ist. Und heute abend mussten wir festellen, dass das eine Fernlicht auch kaputt ist. Dafür habe ich aber schon eine Lösung. Habe mir ja ein fette Taschenlampe zugelegt, die man durchaus auch als Fernlicht benutzen kann. Was erstaunlicher Weise richtig gut klappt (Foto folgt) :D Richtig angepisst (sorry für den Ausdruck) haben wir uns dann einen Schlafplatz gesucht. Das kaputte Licht habe ich dann wieder mit „duct tape“ fixiert. Alle alten Autos werden hier damit zusammengehalten :D Heute morgen haben wir uns dann Mt. Isa von einem Aussichtspunkt angeschaut und sind dann gleich weitergefahren. Es ist eine relativ große Stadt mit einer riesigen Kohleförderungsanlage. Echt massig das Teil... Auf der Fahr heute gab es keine weiteren Zwischenfälle und komischer Weise hat der Van heute weniger Sprit geschluckt als gestern. Heute sind wir fast 460km weit gekommen, gestern nur knapp 400km und die Strecke war nicht wirklich anders... Keine Ahnung warum... Aber es ist echt schon krass, dass man fährt und fährt und nix passiert. Endlose Weiten, wie man sie in Europa gar nicht hat. Man sieht nachts Autos aus mehreren Kilometern Entfernung und es geht eigentlich immer nur gerade aus ins Nirgendwo. Voll komisch aber auch irgendwie cool... Es amcht einen aber auch ganz schön fertig. Aber dafür hat man Natur pur :)
In Townsville hatten wir noch für 1,44 Dollar getankt, das letzte Mal am Barkly Homestead für 1,80 Dollar und jetzt werden wir wohl 2 Dollar oder mehr bezahlen. Das ist echt heftig und man hat leider keine andere Chance als zu tanken... Und wir haben kaum Tiere, tot oder lebendig gesehen. Auch komisch... Und was richtig krass ist: es ist schweinekalt. In Mt. Isa hatten wir heute früh 3 Grad und hier wird es sicherlich auch nicht besser. Einge Einheimische meinten, dass es der kälteste Winter seit 4 Jahren ist. Da sind wir echt froh, bald in Darwin zu sein, denn dafür sind wir nicht wirklich gerüstet. Besonders Hannah nicht die kaum was warmes zu anziehen hat. Ich sitze hier aber auch mit dickem Pulli und Fliesjacke im Auto und friere. Wir haben aber genug Decken und Schlafsäcke, damit uns nicht kalt wird.... Tja ich werd mich mal unter meine dicke Decke kuscheln. Morgen früh geht’s ja auch schon auf die letzte Etappe und dann sind wir endlich im hoffentlich warmen Darwin :) Kann es ja hier leider nicht nachgucken, da wir weder Handy noch Internetempfang haben. Gruuuselig :D


Ok ich bin dann mal weg. Cya mates und ich hoffe ich kann noch ein paar tolle Outback Fotos schießen :)

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