Dienstag, 30. Oktober 2012

Mangos are bitches - Fruitpicking in Acacia


28.10. 17.02 Uhr



Mangos are bitches/Mangos sind echt scheiße :D



So nun hab ich mich mal wieder eine Weile nicht mehr gemeldet und es ist auch wieder so weiniges passiert. Nachdem mich mein Steinmetzchef/-Kumpel von einem auf den anderen Tag rausgeworfen hat (dazu komme ich später) sitze ich grad auf einer Farm in Acacia in der Nähe von Darwin und pflücke Mangos. Naja wir haben Mangos gepflückt. Die Saison ist fast vorbei bzw. ist das größte gepflückt und wir müssen nur noch die Machinen sauber machen und dann geht’s wieder zurück nach Darwin. Am Dienstag Nachmittag hatte ich bei gumtree (Arbeitssuchplattform) die Anzeige zum Mangopflücken gefunden und sofort angerufen. Brauchte ja nun wieder Arbeit nachdem mich Björn und Iris vor die Tür gesetzt haben. Und glücklicherweise konnte ich am nächsten Tag auch gleich anfangen. Erst hieß es, dass wir ca. 2 Wochen Arbeit haben, dann 5 Tage und nun sind wir Sonntag schon fertig. Hmm is schon a bisl doof, da ich eigentlich hätte länger arbeiten wollen bzw. müssen. Von wollen kann zwar nicht die Rede sein. Aber das war das erste was ich bekommen habe. Also bin ich hingedüst und wir haben dann von mittags bis abends gearbeitet. Ein normaler picking Tag geht meist von 7 Uhr früh bis abends um 7. Wir bekommen hier das Mindestgehalt für das Pflücken und für die Unterkunft und das Essen (Catering früh, mittags, abends) werden uns 3 Arbeitsstunden pro Tag berechnet. Das wären so ca. 60 Dollar was die meisten etwas zu viel empfinden. Aber ok, wenn wir bis zum Ende durchhalten bekommen wir eine Stunde pro Tag davon zurückerstattet und obendrauf bekommen wir immer noch einen Bin-Bonus. In einen Bin, vielleicht könnt ihr euch noch dran erinnern, passen 450 kg rein. Wir sind meist 5 bis 7 Leute in einer Gruppe inkl. dem großen Erntefahrzeug. Einer fährt und die anderen ernten. Der Bin-Bonus ist so eine kleine Motivation, mehr aus den Leuten herauszuholen. Die Unterkunft bzw. die Zimmer sind echt ok. Wir haben Klimaanlage u. Ventilatoren auf dem Zimmer und im Gemeinschaftsraum gibt es nen großen Ferneseher mit vielen DVD's zur Auswahl, Billiardtische und Tischfußball. Zum essen gibt’s meist asiatisch, da die beiden Köchinnen aus Asien kommen (Thailand und Korea glaube ich). Beide sprechen aber kaum Englisch und können sich kaum verständigen. Keine Ahnung wie das hinbekommen :D Aber das Essen ist immer in Ordnung. Man kann aber leider nur an einer Stelle im Haus rauchen und Alkohol darf man auch nicht konsumieren. Außer die Chefs erlauben das. Das hat schon ein bischen genervt. Aber es hat alles seinen Grund. Könnt ihr euch sicherlich selber einen Reim drauf machen.
So nun zu den verdammten Mangos. Ich hab die ja noch nie gemocht. Hab immer nen Brechreiz bekommen, wenn ich die nur gerochen habe. Und jetzt sollte ich die auch noch pflücken. Na super... Das Ernten an sich ist gar nicht so anstrengend. Man ruppt die Dinger und packt sie in die Erntemaschine, die sie wäscht und mit irgendwas chemischen behandelt. Es gibt aber einige Sachen die die ganze Sache zur Qual machen: 1. die verdammte drückende Hitze. Wir haben teilweise 38 Grad im Schatten gehabt. Und das mind. 9 von 12 Stunden. Das macht einen völlig kaputt. So viel Wasser habe ich in meinem ganzen Leben nicht getrunken. Es waren bestimmt 6-8 Liter pro Tag; 2. Wenn man Mangos erntet sollte man immer lange Kleidung tragen inkl. Hut und Mundschutz und sich richtig eincremen. Zum einen wegen der Sonne und zum weil die Mangos ziemlich gemeine Früchte sind. Bricht man nämlich den Stiel an der Frucht ab spritzt ein ätzender Saft heraus, der die Haut und die Augen verätzen kann. Und das ist kein Spaß. Man nennt das hier „Sap-Burn“ und die schlimmere Variante davon ist die Allergie. Da sollte man dann aufhören zu arbeiten. Beim „Sap-Burn“ bekommt man bräunlich dunkle Flecken auf der Haut, wenn man zuviel von dem Saft abbekommt. Das zieht ziemlich eklig aus, brennt und juckt höllisch. Es bilden sich blasen die dann aufgehen etc. Echt ne eklige Angelegenheit und die meisten Erntehelfer haben das. Vieler ziemlich schlimm. Das geht zwar wieder weg. Aber man sieht aus wie ein Brandopfer mir Ausschlag. Ich hab auch ein bischen gelitten und habe das am Bauch, Bein, am Arm und ein bischen im Gesicht. Alles noch harmlos im Gegensatz zu einigen Kollegen, die das überall haben; 3. das chemische Gelumpe. Der ätzende Saft setzt auch der Frucht zu und deshalb werden die gleich auf der Erntemaschine mit Chemie behandelt, damit die Frucht nicht mehr „blutet“. Auf den älteren Maschinen müssen die Picker meist noch per Hand da nachhelfen bzw. müssen die Früchte oft vor Ort aussortiert werden, so dass man ständig mit der Chemikalie in Berührung kommt. Den Leuten, die die Mangos einpacken geht es aber genauso. Selbst mit Handschuhen sehen die Hände einger Leute aus wie verbrannt. Die verfärben sich dann rötlich braun. Das geht zwar nach einer Weile wieder weg. Aber gut ist das definitiv nicht. Manche habe das hier echt einen Monat durchgezogen. 12h / 7 Tage die Woche, ohne Pause. Ich glaube ich brauche nicht zu erwähnen, wie es denen geht :p Naja manche machen nach einger Zeit einen Tag frei. Der Körper gibt irgendwann auf. Nach 6 Tagen am Stück ist man einfach nur tot. Aber ich hab echt Respekt vor denen, die das knallhart durchziehen. Ich glaube nach 2 Wochen hätte ich aufgegeben. Meine Arbeitskollegen sind alle toll und wir sind wie eine kleine Familie. Aber man wird irgendwann blöde davon, „Mango-Madness“ genannt. Ich hab schon in der 2 Nacht angefangen vom Plücken und Mangos zu träumen. Das ist echt irre :D
Was ich aber von Vorteil fand war, dass nur ein Deutscher da war und ich somit nur Englisch sprechen musste. Selbst die 5 Tage bringen mich einen großen Schritt voran. Bei Björn und Iris hab ich ja meist nur deustch gesprochen. Da ist halt so...
Achja einmal wäre ich von einer Mangos fast K.O. gegangen. Amar, einer der Pflücker und ich haben nicht aufgepasst und er wollte die Mango auf die Maschine schmeißen. Ich stand aber dummerweise im Weg und er hat mich mit dem Ding voll an der rechten Kopfseite getroffen. Man muss dazu sagen, dass die Mangos teilweise Kopf groß u. im halbreifen Zustand hart wie Beton sind.. Bin da natürlich zu Boden gegangen. Hat nicht viel gefehlt und er hätte mich ausgeknockt :D Aber zu Glück ist auf ein paar Schrammen nichts weiter passiert. Mein Kopf hat aber natürlich die ganze Zeit gedröhnt wie Hölle. Hatte echt Glück das meine Nase etc. heil geblieben ist. Naja Montag oder Dienstag ist alles erstmal vorbei und ich gehe zurück nach Darwin und suche wieder nach Arbeit. In Katherine fängt grad die Mangossaison an und falls sich nichts weiter in Darwin ergibt fahre ich vielleicht da nochmal hin. Mal schauen...




So das war Teil ein der Story. Teil 2 (die Steinmetzt Geschichte) folgt bald.
Bis dahin :)

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